Auftakt – Frauen

Auftakt Frauen – Deutschlernen und Kennenlernen der deutschen Arbeitswelt

Ausgangssituation
Die Ursachen, die Frauen zur Flucht bewegen, sind vielschichtig: Zu den allgemeinen Gefahren wie Krieg, rassistische und religiöse Verfolgung kommen Vergewaltigung, Gewalt in der Familie, Zwangsehe, Genitalverstümmelung, Verbot der sexuellen Selbstbestimmung.

Im vermeintlich sicheren Exil angekommen, sind sie weiteren Gefahren ausgesetzt: Sexuellen Übergriffen von männlichen Mitbewohnern in der Gemeinschaftsunterkunft, Beschimpfungen und Maßregelungen durch Landsleute wg. angeblich unzüchtigen Verhaltens (Kleidung/ Kopftuch), oft auch körperlichen Attacken. Alleinstehende Frauen, noch dazu mit Kindern, sind in besonderem Maße einer sozialen Kontrolle von Landsleuten ausgesetzt.

Der Neuanfang im fremden Land ist schwierig. Die Frauen bringen viele Fähigkeiten mit, kennen aber nicht die Möglichkeiten und Wege, ihre Ressourcen und Stärken auszubauen. Im Verbund gleich gesinnter Frauen mit ähnlichen Erfahrungen fühlen sie sich anfangs sicherer als in geschlechtsgemischten Kursen.

2016-03-19_esete3_Unser Projekt
Wir möchten jungen Flüchtlingsfrauen die Gelegenheit geben, in unbeschwerter Umgebung die deutsche Sprache zu erlernen und Einblick in die deutsche Berufswelt zu erhalten. In betrieblichen Hospitationen werden Regeln und Normen der deutschen Arbeitswelt vermittelt. Eigene Ressourcen werden entdeckt und ausgebaut. Berufstypische Begriffe werden vermittelt – der deutsche Sprachschatz dadurch erweitert.

Eine pädagogische Fachkraft hilft als Lotsin: Sie vermittelt in wöchentlich fünf Unterrichtsstunden und zusätzlichen Konversationsrunden die deutsche Sprache, organisiert Betriebsbesichtigungen, vermittelt später zur Berufsberatung und zu Beratungsstellen für eine erwünschte Berufsausbildung. Auch für Frauen, die wegen Überalterung keinen Schulplatz mehr erhalten, soll nach beruflichen Integrationsmöglichkeiten gesucht werden.

Darüber hinaus können die Frauen auch ganz individuelle und frauenspezifische Themen einbringen wie Schwangerschaft und Verhütung, Folgen von Genitalverstümmelung, Selbstbehauptung gegenüber dem anderen Geschlecht u.v.m.

Angesprochen sind Flüchtlingsfrauen zwischen 16 und 25 Jahren aus der Region Nürnberg ohne Schulplatz oder ausreichendes Deutsch-Kursangebot.

Finanziert wird das Projekt  aus Spendenmitteln des Vereins und vom Lions Club Nürnberg Sigena.

Das Projekt endete am 31.07.2016 – hier finden Sie den Schlussbericht!