Kunst- und Ergotherapie

Kunst- und Ergotherapie für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Ausgangssituation
Mehrere Hundert2016-03-19_ket1_ unbe- gleitete minderjährige Flüchtlinge finden in Nürnberg regelmäßig Aufnahme in Jugend- hilfeeinrichtungen. Viele von ihnen haben schlimme Erfahrungen gemacht, die sich in unterschiedlicher Weise auf die psychische Verfassung auswirken. Schlafstörungen, Alpträume, Konzentrationsstörungen, aggressives oder auch sehr angepasstes, ängstliches Verhalten können Hinweise für traumatische Belastungsstörungen sein. Die Kapazitäten der Kinder- und Jugendpsychiatrie für eine rasche Diagnostik reichen nicht aus. Es ist jedoch wichtig, den jungen Menschen möglichst frühzeitig nieder- schwellige nonverbale Therapiemöglichkeiten zu bieten.

Unser Projekt
Die von uns angebotene Kunst- und Ergotherapie ermöglicht es, Traumatisierungen rechtzeitig zu erkennen und soziale Kompetenzen, mehr Selbstvertrauen und Vertrauen in die Umgebung aufzubauen. Die Jugendlichen betätigen sich handwerklich, gestalterisch und künstlerisch und erwerben so allgemeine Handlungskompetenzen.

Mit vor allem nonverbalen Methoden soll eine Annäherung und Vertrauensbildung erreicht werden. Themengeführtes kunsttherapeutisches Arbeiten, bei dem sich die Jugendlichen mit biographischen Themen und Fragen der Identität und Integration auseinandersetzen, aktiviert die Entfaltung von Ressourcen und intensiviert den Umgang mit Entwicklungs- und Identitätsbrüchen. Verschiedene Materialien ermöglichen zweidimensionales und dreidimensionales Gestalten. Der Einsatz von Werkzeug und Kleinmaschinen trägt zur Annäherung an handwerkliche Grundtechniken bei.

2016-03-19_ket2_Vorrangiges Ziel ist eine Früherkennung von Traumatisierungen und erste Stabilisierung sowie Abbau von Misstrauen und Ängsten.
Zum Projektteam gehören eine Kunst- und Ergotherapeutin mit Traumaausbildung, eine Kunsttherapeutin sowie eine Kultur- und Sprachmittlerin.

Dank einer großzügigen Spende von Angelika Schwanhäußer können wir das Projekt für sechs Monate finanzieren. Zur Fortführung sind wir auf weitere Spenden angewiesen.

Das Projekt endete im Oktober 2016 – hier finden Sie den Schlussbericht!