Partizipationsprojekt für afghanische Jugendliche

Hintergrund

Das Rückkehrabkommen der EU-Regierungen mit Afghanistan beeinflusst die pädagogische Arbeit mit den jungen Flüchtlingen in äußerst negativer Weise. Der gesetzliche Auftrag der Jugendhilfe, eine Zukunftsperspektive zu erarbeiten und bei der Integration in die Gesellschaft zu helfen, kann nicht erfüllt werden. Eine emotionale bzw. psychische Stabilisierung ist unmöglich, im Gegenteil – Perspektivlosigkeit lähmt nicht nur die jungen Menschen selbst, sondern häufig auch deren Betreuungspersonal.
Ausbildungsduldungen werden nur unter bestimmten Gesichtspunkten gestattet. Viele afghanische Jugendliche sind aufgrund ihrer geringen Bleibeperspektive von dieser Option ausgeschlossen. Nach Erreichen der Volljährigkeit droht die Abschiebung.

In dieser prekären Situation haben sich pädagogische Mitarbeitende aus Jugendhilfeeinrichtungen zusammengeschlossen, um ein Partizipationsprojekt für junge Afghanen ins Leben zu rufen: PARAF. Sie wollen eine „Plattform für eine Mitsprache von afghanischen Jugendlichen im öffentlichen Raum“ schaffen.
Die jungen Menschen müssen nicht hilflos zusehen, sondern können sich aktiv mit ihrer schwierigen Lage auseinandersetzen.

Ziele des Projekts

1. Installieren einer festen Jugendgruppe mit den Zielen:
• Lernen von Rechten und Pflichten in einer Demokratie
• Erfahren von Beteiligung, Mitbestimmung und Mitsprache
• Lernen, eigene Ziele und Bedürfnisse zu formulieren und für diese einzutreten
• Diskussions- und Entscheidungsprozesse ermöglichen, um Selbstwirksamkeit zu erfahren
• Raum schaffen, um sich frei äußern zu können und Gefühle zeigen dürfen

2. Politisch aktiv werden:
• Öffentlichkeit schaffen: Hintergründe, Lebenssituation und Ängste vermitteln
• Politische Forderungen stellen
• Öffentlichkeitswirksame Aktionen entwickeln

Zusammenfassung

Die Wanderausstellung sollte Bewusstsein dafür schaffen, wie Verschärfungen in der Asylpolitik in Nürnberg lebende Geflüchtete persönlich und direkt betreffen. 18 Porträtaufnahmen und zahlreiche Erfahrungsberichte stellen Ängste und Hoffnungen von Menschen dar, die aus Afghanistan geflohen sind und in Nürnberg eine neue Heimat suchen. Im Rahmen des Projekts PARAF haben junge Flüchtlinge aus Afghanistan die Ausstellung entwickelt.

6.6. bis 21.6.2017 im Südpunkt Nürnberg (Vernissage 6.6.2017)

23.6. bis 6.7.2017 im Haus Eckstein – Nürnberg (Vernissage 23.6.2017)

8./9.7.2017 – BBW Rummelsberg – Jahrestreffen der Rummelsberger Brüderschaft mit Kollekte

10.7. bis 14.7.2017 – Berufsbildungszentrum Nürnberg/ Berufsschule Deumentenstraße

18.7. bis 31.8.2017 – Stadt Nürnberg/ Jugendamt (Vernissage 21.7.2017)

12.9. bis 4.10.2017 – Kulturwerkstatt „Auf AEG“ Nürnberg

 

Informationen über Mail: paraf@mimikri.eu

Was ist Paraf

Wanderausstellung „Zukunftsangst Afghanistan“