Interkulturelles Integrationstraining

Interkulturelles Integrationstraining
© nach Priscilla Hirschhausen

Grafik Interkulturelles Integrationstraining(1)

Integriert euch – das fordern Staat und Gesellschaft von Flüchtlingen. Nicht nur der Spracherwerb ist wichtig – wie lernen sie, welche Normen und Werte maßgeblich sind im Exilland? Wer erklärt ihnen die Vielfalt der unterschiedlichen und komplexen Systeme in Deutschland? Sprachbarrieren, mangelnde Transparenz und fehlende Kenntnisse über Rechte und Pflichten führen bei jungen Flüchtlingen in der Jugendhilfe häufig zu Missverständnissen und Frustrationen auf allen Seiten.

Mit dem Interkulturellen Integrationstraining sollen junge Flüchtlinge in einem sozial-pädagogisch-systemischen Rahmen die Möglichkeit erhalten, Werte, Normen und Regeln der Heimatkulturen und Religionen mit den in Deutschland üblichen in einen Kontext zu bringen. So können sie für sich erkennen, welche mitgebrachten Werte und Normen noch angemessen erscheinen und welche reflektiert werden müssen. Die Möglichkeit, den Raum und die Zeit hierfür zu haben, ist essentiell für die kognitive und emotionale Verarbeitung jedes Einzelnen und dient somit dem gelingenden Integrationsprozess. Eine solch intensive Beschäftigung und Bearbeitung ist dem pädagogischen Personal in den Wohngruppen aufgrund der individuellen Alltagsprobleme zeitlich nicht möglich.

In Gruppen mit max.12 jungen Flüchtlingen aus Jugendhilfeeinrichtungen im Großraum Nürnberg sollen in acht Einheiten von wöchentlich 120 Minuten folgende Inhalte bearbeitet werden:

Transparente Informationsweitergabe – Asylgesetze, Arbeitsmarktzugang, Schulsystem, Asylbewerberleistungsgesetz, Sozialgesetzbuch VIII

Werte, Normen und Regeln der eigenen Religion und Kultur sowie von Deutschland

Mann und Frau in Deutschland und im Herkunftsland – Rolle, Beziehungsgestaltung, Sexualität

Ich in Deutschland: Wer bin ich? Warum bin ich hier? Und was kann ich hier machen?
Freunde, Bekannte, Peer Group – mit wem will/kann ich meine Zeit verbringen?

Freizeitgestaltung in Deutschland – was kann ich mit wem wo machen? Und wo sollte ich es sein lassen? Was hat meine Stadt mir zu bieten?

Die Einheiten werden von einer kompetenten Sozialpädagogin/ Systemischen Beraterin durchgeführt und bei Bedarf von geschulten Sprachmittlern begleitet. Die Methoden der Vermittlung variieren von Workshops mit Kooperationspartnern und Ehrenamtlichen, Medienvorträgen, Gastvorträgen von Kooperationspartnern über Kooperationen mit z.B. der Handwerkskammer (Thema Arbeitsmarktzugang) bis hin zu Besuchen von Museen, Firmen, Bildungsinstituten, Justizanstalten etc. Ziel ist die eigenständige Teilhabe an der Gesellschaft. Darüber hinaus sollen Begegnungen von Einheimischen und Flüchtlingen entstehen, bei denen gemeinsam an einem Miteinander gearbeitet werden kann.

Kosten

Gesamtkosten für eine Gruppe mit 10 Einheiten: € 2.000,00

Wir wollen den Kurs zunächst für fünf Gruppen anbieten.

Finanzbedarf: € 10.000,00